Gangbild Schwangerschaft: Warum sich der Gang verändert und was hilft

Mai 15, 2026 | Schwangerschaft

Ein verändertes Gangbild in der Schwangerschaft fällt dir vielleicht selbst auf oder wird von anderen bemerkt. Tatsächlich entwickeln fünf bis neun Prozent aller Schwangeren während der Schwangerschaft oder während der Geburt eine Beckenringinstabilität. Der wachsende Bauch, hormonelle Veränderungen und die Gewichtszunahme beeinflussen dein Gangmuster erheblich. In diesem Artikel zeigen wir dir, warum sich dein Gang verändert, welche Auswirkungen das auf deinen Körper hat und was du dagegen tun kannst.

Typische Veränderungen im Gangbild während der Schwangerschaft

Während deiner Schwangerschaft nimmt dein Körper zahlreiche Anpassungen vor, die sich direkt auf deine Fortbewegung auswirken. Diese Veränderungen sind normale Begleiterscheinungen einer physiologischen Schwangerschaft und dienen der Anpassung deines Organismus an die neue Situation.

Breiteres Gangbild

Deine Spurbreite beim Gehen und Stehen vergrößert sich im Verlauf der Schwangerschaft merklich. Die Beine reagieren auf das vermehrte Gewicht des Bauches, indem sie die Hüftgelenke in eine stärkere Abduktion und Außenrotation einstellen. Diese breitere Beinstellung schafft eine größere Unterstützungsfläche, die dir hilft, das Gleichgewicht zu halten. Viele Schwangere bemerken dabei, dass ihr Gang breiter und schunkelnder wird. Diese Anpassung gleicht den veränderten Schwerpunkt aus und sorgt für mehr Stabilität beim Gehen.

Verlangsamtes Gangtempo

Im Laufe der Schwangerschaft verlangsamt sich dein Gangtempo spürbar. Da mehr Körpergewicht horizontal verschoben werden muss, nimmt die Gehgeschwindigkeit ab. Zudem verkürzt sich deine Schrittlänge wegen der häufig auftretenden Flexionskontraktur im Hüftgelenk. Du verlierst extensorische Bewegungstoleranzen im Hüftgelenk, was die Schritte automatisch kleiner werden lässt. Im langsamen Gangtempo muss dein Wadenmuskel mehr Aktivität aufbringen, um die Plantarflexion am Ende der Abrollbewegung zu initiieren.

Watschelgang und Seitwärtsbewegungen

Der typische Watschelgang wird meist einer Symphysenlockerung zugeschrieben. Dabei drehen sich deine Füße beim Laufen automatisch nach außen rotiert, um das Gehen erträglicher zu gestalten. Diese Gangveränderung ist am charakteristischen Watscheln mit nach außen gedrehten Füßen zu erkennen. Der Watschelgang führt zu einer ungewohnten Belastung deiner Füße beim Gehen. Insbesondere Seitwärtsbewegungen des Beins können bei fortgeschrittener Symphysenlockerung besonders unangenehm sein.

Veränderte Fußstellung

Durch die Veränderung deines Körperschwerpunkts passen sich deine Körperhaltung und dein Gangbild an. Die Füße rotieren dabei in eine Außenrotation. Gleichzeitig verliert dein Fußgewölbe an Stabilität, was die Füße zusätzlich belastet. Diese veränderte Fußstellung beeinflusst nicht nur deine Füße selbst, sondern wirkt sich auf deine gesamte Körperstatik aus. Die höhere Beanspruchung kann deine Füße erheblich in Mitleidenschaft ziehen und ein Ungleichgewicht im gesamten Körper auslösen.

Warum verändert sich der Gang in der Schwangerschaft?

Die Veränderungen in deinem Gangbild haben mehrere tiefgreifende Ursachen, die während der Schwangerschaft zusammenwirken. Dein Körper durchläuft umfassende Anpassungsprozesse, die Muskeln, Gelenke und Nerven betreffen.

Gewichtszunahme und Schwerpunktverlagerung

Dein Körpergewicht steigt in einer Schwangerschaft um 15 bis 25 Prozent an und erhöht die Kräfte, die auf deine Gelenke wirken. Bei Frauen mit Normalgewicht liegt die empfohlene Gewichtszunahme zwischen 11 und 16 Kilogramm. Dieses zusätzliche Gewicht verteilt sich nicht gleichmäßig über deinen Körper. Durch den vergrößerten Uterus und die Volumenzunahme der Brüste verlagert sich dein Körperschwerpunkt nach vorne. Den stärksten Einfluss hat diese Verlagerung des Körperschwerpunkts, die während und nach der Schwangerschaft eine große Rolle spielt.

In der Schwangerschaft kommt es zu einer Ventralverschiebung der Halswirbelsäule, der Lendenwirbelsäule und des Beckens. Die Kniegelenke werden überstreckt und deine Fußwölbungen flachen ab. Demzufolge werden die Muskeln in den betroffenen Bereichen angenähert und passiv insuffizient. Zusätzlich erhöht sich die Belastung auf deine Gelenke, was zu Ermüdungserscheinungen, Mikroverletzungen und Schmerzen führen kann.

Hormonelle Veränderungen und Bandlockerung

Zu Beginn deiner Schwangerschaft quillt unter dem Einfluss des Hormons Östrogen das Knorpelgewebe auf. Relaxin bewirkt das Aufquellen des Bindegewebes und lockert Gelenke und Muskeln. Die Produktion von Relaxin beginnt kurz nach der Empfängnis, und die höchsten Spiegel treten meist zwischen 8 und 12 Wochen auf. Während Progesteron dafür sorgt, dass deine Bänder, Sehnen und das Bindegewebe gelockert werden, bereitet sich dein Körper auf das Wachstum von Bauch und Brust sowie für die Entbindung vor.

Relaxin beeinflusst dein gesamtes muskuloskelettales System, sodass Gelenke im ganzen Körper beweglicher werden. Die Symphyse weitet sich um 0,5 bis 12 Millimeter. Infolge dieser massiven Veränderungen wird die Propriozeption und die kortikale Steuerung beeinflusst. Die entstehenden Verschiebungen können auch nach der Geburt bestehen bleiben und Haltung sowie Bewegungsabläufe dauerhaft beeinflussen.

Veränderungen der Beckenstellung

Der wachsende Bauch führt dazu, dass dein Becken nach vorne kippt, was zu einem verstärkten Hohlkreuz führt. Diese Beckenkippung geht mit einer verstärkten Lordosierung lumbal einher. Die Lendenwirbelsäule und das Becken halten sich zunehmend in der Hohlkreuz-Stellung, was Rückenschmerzen auslösen kann.

Durch die veränderte Beckenstellung wird dein Gang breiter und wiegender. Die Symphyse oder Schambeinfuge, die normalerweise durch eng verflochtene Bänder stabilisiert wird, weicht etwa 2 bis 3 Zentimeter auseinander. Eine Instabilität im Becken kann die Folge sein und führt vor allem bei Frauen mit schwachem Bindegewebe zu typischen Beschwerden.

Muskuläre Anpassungen

Die Volumenzunahme im Bauchraum geht einher mit zunehmender Insuffizienz der Bauchmuskulatur, die in ihrem Tonus nur noch eingeschränkt reaktionsfähig ist. Am offensichtlichsten ist die Weitung des Bauchraums, wobei Bauchmuskeln und die hier angesiedelten Faszien sehr stark gedehnt werden. Der Beckenboden kann sich bis zu 2,5 Zentimeter senken.

Die Bauchmuskulatur wird hypoton geschaltet, und die Muskelbäuche des Musculus rectus abdominis weichen auseinander. Unter dem Einfluss hormoneller Veränderungen bereitet sich die Beckenbodenmuskulatur auf die Geburt vor und wird weicher, obwohl sie immer mehr Gewicht tragen muss.

Auswirkungen des veränderten Gangbilds auf den Körper

Hohlkreuz und das für die Schwangerschaft typische Gangbild bleiben nicht ohne Folgen. Die körperlichen Veränderungen belasten verschiedene Bereiche deines Bewegungsapparats und können zu dauerhaften Beschwerden führen.

Belastung der Lendenwirbelsäule

Rückenschmerzen kennt nahezu jede dritte Frau während ihrer Schwangerschaft. Unter mehr oder weniger ausgeprägten Rückenschmerzen leiden nahezu 50 Prozent aller Schwangeren. Die Beschwerden melden sich oft im unteren Lendenwirbelbereich und können manchmal sogar in die Beine ausstrahlen. Am häufigsten treten sie im letzten Schwangerschaftsdrittel als Ischias-artige Schmerzen auf, also einem plötzlichen, einseitigen Stechen. Ebenso häufig ist dumpfer, andauernder Schmerz im Kreuzbein.

Viele Frauen nehmen eine Schonhaltung ein, indem sie den Bauch nach vorne schieben und ins Hohlkreuz gehen. Diese Fehlhaltungen führen zu Verspannungen in der Muskulatur. Drückt die größer werdende Gebärmutter auf Nerven entlang der Wirbelsäule, können Ischias-artige Schmerzen entstehen, die sich durch Schmerzen im unteren Rücken äußern und über das Gesäß bis in die Beine ausstrahlen. Das zunehmende Gewicht des Kindes trägt in erster Linie die Wirbelsäule, wodurch ihre Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt ist.

Überlastung von Füßen und Knien

Der Watschelgang führt zu einer ungewohnten Belastung der Füße beim Gehen, wobei die Füße nach außen rotieren und das Fußgewölbe instabiler wird. Entsprechend entstehen Schmerzen durch diese veränderte Belastung. Bei ca. 8 Prozent der Patientinnen kommt es im Verlauf der Schwangerschaft zum Neuauftreten von Knieproblemen. Insgesamt berichteten 7,4 Prozent der befragten Schwangeren über während der Schwangerschaft neu hinzugekommene Knieprobleme.

Die Inzidenz von Knieproblemen hängt signifikant mit der jeweiligen Gewichtszunahme zusammen. Patientinnen ohne Knieprobleme nahmen im Verlauf der Schwangerschaft um durchschnittlich 13,5 kg zu, während die Gewichtszunahme bei Patientinnen mit Knieproblemen signifikant höher bei 16,8 kg lag. Eine Schwangerschafts-bedingte Gewichtszunahme von mehr als 20 kg wurde als signifikanter Risikofaktor ermittelt. Bei der Nachuntersuchung hatten auch sechs Wochen nach Entbindung noch 92 Prozent Knieschmerzen, und lediglich bei 26,1 Prozent der befragten Patientinnen waren die Kniebeschwerden nach Abschluss der Rückbildungsphase wieder abgeklungen.

Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich

Rückenschmerzen und Verspannungen im Halsbereich gehören zu den häufigsten Leiden in der Schwangerschaft. Treten in der Schwangerschaft Rückenschmerzen im oberen Rücken auf, manifestieren sich oft begleitende Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich. Das schwächere Stützgewebe in Kombination mit der Gewichtszunahme führt schnell zu Verspannungen, wenn du dich falsch bewegst oder Schonhaltungen einnimmst.

Beckenboden- und Symphysenbeschwerden

Bei fast zehn Prozent aller Schwangeren entwickeln sich Symphysenbeschwerden. Die Symphysenlockerung kommt nach Schätzungen bei einer von 600 Entbindungen vor. Bei manchen Frauen zeigen sich entsprechende Beschwerden schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft, anderen bereiten die Beckengelenke erst nach der Geburt für eine gewisse Zeit Probleme.

Symphysenschmerzen betreffen hauptsächlich das Schambein und die Symphyse selbst. Der Symphysenschmerz ist anhaltend oder plötzlich und stechend, wobei die Schmerzen bis zu den Hüften und in die Beine ausstrahlen können. Beckenbodenschmerzen können in den Lenden- und Hüftbereich oder den unteren Rücken ausstrahlen. Da auch die beiden Kreuz-Darmbein-Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden können, sind Beschwerden im Bereich des Kreuzbeines nicht selten und gehören mit zum Beschwerdebild.

Was hilft gegen Gangbeschwerden in der Schwangerschaft

Gezielte Maßnahmen können die Beschwerden durch das veränderte Gangbild in der Schwangerschaft deutlich lindern. Physiotherapie ist bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft die Therapie der Wahl. Mithilfe verschiedener Ansätze lässt sich dein Gangbild positiv beeinflussen und dein Körper optimal auf Geburt und Wochenbett vorbereiten.

Beckenbodentraining

Dein Beckenboden leistet während der Schwangerschaft Schwerstarbeit und braucht sowohl Kraft als auch Flexibilität. Reines Anspannen ist nur die halbe Miete. Bewusst loszulassen ist für den Geburtsvorgang extrem hilfreich. Ein guter Therapeut bringt dir bei, deinen Beckenboden erst einmal richtig wahrzunehmen. Du lernst, die verschiedenen Muskelschichten isoliert anzusteuern.

Dann folgt ein Training, das Kräftigung und Entspannung kombiniert. Du übst, den Beckenboden auf den Druck der Wehen vorzubereiten und ihn im richtigen Moment zu öffnen. Gezieltes Beckenbodentraining in der Schwangerschaft ist eine sinnvolle Präventionsmaßnahme, um späteren Problemen wie einer Harninkontinenz vorzubeugen. Beckenbodenübungen sind sowohl vorbereitend für die Geburt als auch für die Rückbildung und schnelle Reduktion der Schmerzen nach der Geburt.

Haltungsschulung

Mit einer aufrechten Körperhaltung kannst du diversen Schwangerschaftsbeschwerden vorbeugen. Falsch wäre es, zum Ausgleich in ein Hohlkreuz zu gehen, denn das führt zu Verspannungen, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen. Ein Therapeut kann dir stabilisierende Übungen zeigen, die deine tiefe Rumpfmuskulatur kräftigen und so die Wirbelsäule entlasten. Genauso wichtig ist die Haltungsschulung mit praktischen Tipps dafür, wie du in Alltagssituationen deinen Rücken schonen kannst.

Während der Schwangerschaft verändert sich die Körperstatik, und mit der Haltungsschulung für Schwangere beugst du Beschwerden vor. Aktiviere Beckenboden und Muskelkorsett, wenn du etwas anhebst, trägst, ziehst oder schiebst. Bücke dich nicht, sondern sitze, knie oder hocke. Halte beim Laufen den Kopf hoch und die Wirbelsäule gerade.

Geeignete Schuhe und Hilfsmittel

Bequeme Schuhe können sowohl das Laufen als auch die Körperhaltung positiv beeinflussen. Das Wichtigste an Schuhen, die du in der Schwangerschaft trägst, ist der sichere und stabile Stand. Flache Schuhe sind in der Schwangerschaft für die Körperhaltung ideal und auch am besten zur Vorbeugung von Rückenschmerzen geeignet. Setze auf solche, die ein Fußbett haben, das ermöglicht deinem Fuß einen bequemen Stand und Stabilität.

Schuhe mit dünnen Riemchen eignen sich nicht, weil diese einschneiden können, wenn die Füße über den Tag hinweg anschwellen. Aufwändige Verschlüsse wie Schnallen und Schnürsenkel sind unpraktisch, da du dich vor allem gegen Ende der neun Monate nicht mehr allzu gut bücken kannst. Stabilisierende Beckengurte können bei Instabilität zusätzlich hilfreich sein.

Physiotherapie und Massagen

Stabilisations- und leichte Kraftübungen für den Becken- und Rückenbereich helfen dir, deine Schwangerschaft möglichst aktiv zu erleben. Dehn- und Lockerungsübungen sowie allgemeine Entspannungstechniken helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Auch manuelle Therapie gilt bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft als wirksam.

Eine Massage kann verspannte Muskeln lösen, die Durchblutung steigern und Schmerzen lindern. Manuelle Techniken zur sanften Mobilisation von blockierten Gelenken können dir Entlastung bringen und Schmerzen lindern. Häufig betroffen ist das ISG. Mit einer gezielten Lymphdrainage wird der Abtransport der Flüssigkeit gefördert, wenn es während der Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen im Gewebe kommt. Die Manuelle Lymphdrainage regt als sanfte, rhythmische Massagetechnik den Abtransport der gestauten Flüssigkeit über das Lymphsystem an.

Gangschulung nach der Schwangerschaft und Geburt

Nach der Geburt beginnt dein Körper mit dem Rückbildungsprozess, der auch dein Gangbild betrifft. Die Veränderungen, die sich während der Schwangerschaft entwickelt haben, bilden sich nicht über Nacht zurück.

Rückbildung des Gangbilds im Wochenbett

Das Wochenbett dauert aus medizinischer Sicht sechs bis acht Wochen. In dieser Phase bilden sich die schwangerschaftsbedingten körperlichen Veränderungen zurück. Dein Körper benötigt in der Regel etwa neun Monate, um sich von den Strapazen zu erholen und seine ursprüngliche Form wieder anzunehmen. Der Volksmund sagt treffend: „Neun Monate kommt der Bauch, neun Monate geht der Bauch“.

Wer im Krankenhaus entbindet, erlebt einen Tag nach der Entbindung den Besuch eines Physiotherapeuten. Dieser erklärt, welche Übungen im Wochenbett regelmäßig durchgeführt werden sollten. Sie dienen weniger dazu, das Becken und die Bauchmuskeln wieder fit zu machen, als vielmehr dazu, die Gebärmutter schneller auf ihre normale Größe zu reduzieren.

Da Frauen in Zeiten der Fallpauschalen nur noch kurze Zeit auf den Geburtsstationen verweilen, ist es nötig, so früh wie möglich alltagsnahe Bewegungsabläufe wie das Gehen zu ökonomisieren, bevor sich Hinkmechanismen im Bewegungsverhalten verankern.

Gezielte Übungen für normales Gehen

Die postpartale Gangschulung verfolgt konkrete Ziele: Du erarbeitest ein sicheres ökonomisches Gangtempo und gewinnst den Vorwärtstransport der Körperabschnitte Thorax und Kopf wieder. Die Spurbreite normalisiert sich, und die Flexions- und Extensionsachsen des Standbeins werden korrigiert.

Der Einstieg in die Gangschulung sollte in der Aktion des Gehens liegen. Die Beschleunigung des Gangtempos hin zu einer Frequenz von 108 bis 120 Schritte pro Minute steht im Mittelpunkt der Gangschulung. Außerdem werden die potentielle Beweglichkeit des Beckens in Hüftgelenken gefördert und die Rumpfrotatoren tonisiert und gekräftigt.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Rückbildungskurse starten etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt des Kindes. So viel Zeit braucht dein Körper, um sich zu erholen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Solltest du nach dem Rückbildungskurs immer noch an einer Beckenbodenschwäche leiden, dann frage am besten deinen Frauenarzt oder deine Hebamme.

Fazit

Ein verändertes Gangbild gehört ohne Zweifel zu den natürlichen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft. Dein Körper passt sich kontinuierlich an das wachsende Baby an, was sich in einem breiteren, langsameren Gang zeigt. Gleichzeitig können dadurch Beschwerden wie Rückenschmerzen, Knieschmerzen oder Symphysenprobleme entstehen.

Physiotherapie hilft dir gezielt dabei, diese Beschwerden zu lindern und deinen Körper auf die Geburt vorzubereiten. Beckenbodentraining, Haltungsschulung und geeignetes Schuhwerk unterstützen dich aktiv durch die Schwangerschaft. Nach der Geburt benötigt dein Körper etwa neun Monate für die vollständige Rückbildung. Mit professioneller Anleitung findest du schrittweise zu deinem normalen Gangbild zurück.

Für Rückfragen stehen wir dir gerne zur Verfügung.

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FAQs

Warum verändert sich mein Gang während der Schwangerschaft?

Dein Gang verändert sich durch die Gewichtszunahme und die Verlagerung des Körperschwerpunkts nach vorne. Hormonelle Veränderungen lockern zudem Bänder und Gelenke, während das Becken nach vorne kippt und ein Hohlkreuz entsteht. Diese Anpassungen führen zu einem breiteren, langsameren Gangbild, das deinem Körper hilft, das Gleichgewicht zu halten.

Was kann ich gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft tun?

Physiotherapie ist die Therapie der Wahl bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft. Gezieltes Beckenbodentraining, Haltungsschulung und stabilisierende Übungen für die Rumpfmuskulatur können die Beschwerden deutlich lindern. Auch Massagen und manuelle Therapie helfen, verspannte Muskeln zu lösen und Schmerzen zu reduzieren.

Wie lange dauert es, bis sich mein Gangbild nach der Geburt normalisiert?

Dein Körper benötigt in der Regel etwa neun Monate, um sich vollständig von den Strapazen der Schwangerschaft zu erholen. Das Wochenbett dauert sechs bis acht Wochen, in denen sich die ersten Veränderungen zurückbilden. Mit gezielter Gangschulung und Rückbildungsübungen kannst du diesen Prozess aktiv unterstützen.

Welche Schuhe sollte ich in der Schwangerschaft tragen?

Flache, bequeme Schuhe mit einem guten Fußbett sind ideal für die Schwangerschaft. Sie bieten einen sicheren und stabilen Stand und beugen Rückenschmerzen vor. Vermeide Schuhe mit dünnen Riemchen, die einschneiden können, und wähle praktische Verschlüsse, da das Bücken gegen Ende der Schwangerschaft schwierig wird.

Was sind Symphysenschmerzen und wie häufig treten sie auf?

Symphysenschmerzen betreffen das Schambein und die Symphyse, die sich während der Schwangerschaft um etwa 2 bis 3 Zentimeter weitet. Bei fast zehn Prozent aller Schwangeren entwickeln sich solche Beschwerden. Die Schmerzen können anhaltend oder stechend sein und bis zu den Hüften und in die Beine ausstrahlen. Physiotherapie, Beckenbodentraining und stabilisierende Beckengurte können Linderung verschaffen.

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